BDEW

Energie Macht Schule

Nachschlagen

Buchstabenhaufen

Was versteht man unter Smart Grid? Wie funktioniert eine Solarzelle? Was ist die Tortilla-Krise? Wer hat die Batterie erfunden? Was ist der Energieerhaltungssatz? Antworten und Erläuterungen zu vielen Begriffen und Fragen aus der Welt der Energie liefert unser Lexikon. In diesem sind aktuell rund 140 Fachbegriffe aus den Themenbereichen Energie, Energiewirtschaft und Energierohstoffe aufgeführt. Wählen Sie einen Anfangsbuchstaben oder scrollen Sie sich einfach durch das komplette Lexikon.

Energie von A bis Z

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T Ü V W Z

Anreizregulierung

Die Kosten für die Netzinfrastruktur werden über die Netzentgelte auf die Netznutzer und damit die Letztverbraucher im jeweiligen Versorgungsgebiet verteilt. Die Regulierungsbehörden von Bund (Bundesnetzagentur) und Ländern stellen sicher, dass die Netzentgelte angemessen und diskriminierungsfrei sind.

Seit dem Start der Anreizregulierung 2009 werden zusätzliche Effizienzvorgaben berücksichtigt. Von 2006 bis 2011 sind die Netzentgelte deutlich gesunken, bei Haushaltskunden reduzierte sich der Anteil am Strompreis von rund 40 Prozent auf unter 25 Prozent. Der rasante Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verursacht einen erheblichen Investitionsbedarf in den Übertragungs- und Verteilnetzen. Dieser ist jedoch regional unterschiedlich hoch. Seit 2012 sind deshalb wieder vermehrt steigende Netzentgelte zu verzeichnen.

Atomausstieg

Im Jahr 2000 vereinbarte die rot-grüne Bundesregierung mit den vier deutschen Kernkraftwerksbetreibern den sogenannten Atomkonsens. Kern ist, dass die deutschen Kernkraftwerke nach dem Erzeugen bestimmter Strommengen abgeschaltet werden. Am 31. Juni 2011 entschied der Deutsche Bundestag,

  • die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung rückgängig zu machen,
  • acht Kernkraftwerke sofort abzuschalten und
  • die restlichen neun Kernkraftwerke bis spätestens 2022 stillzulegen.

Das aktuelle Atomgesetz, also das Dreizehnte Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes, sieht damit bis 2022 einen kompletten Ausstieg aus der Kernenergie vor. Auslöser für diese tiefgreifenden politischen Entscheidungen war die Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan im März 2011.

Aufwindkraftwerk

besteht aus einem kaminartigen Turm, um den ein kreisförmiges Glasdach angebracht ist. Unter diesem Dach

1. erhitzt sich die Luft durch die Sonneneinstrahlung wie in einem Treibhaus,
2. steigt nach oben und
3. entweicht durch den zentralen Kamin.

Dort werden Turbinen durch die aufsteigende Luft angetrieben, die über einen Generator Strom erzeugen. Ein Aufwindkraftwerk mit einer Leistung von 200 Megawatt, kurz MW, würde einen Kollektor von acht Kilometern Durchmesser und einen 1.000 Meter hohen Kamin benötigen.

Die Versuchsanlage in Manzanares in Spanien hatte einen Kollektordurchmesser von 244 Metern und eine Kaminhöhe von 195 Metern. Damit erreichte sie eine Leistung von 50 Kilowatt, kurz kW. Die Vertikalachsenturbine wurde am unteren Ende der Turmröhre aufgestellt. 1989 wurde die Anlage durch einen Sturm zerstört.

In Arizona (USA) ist der Bau eines der größten und leistungsstärksten Aufwindkraftwerke mit deutscher Unterstützung geplant. Bisher fehlt jedoch die Finanzierung. Auch in vielen anderen Ländern wie dem Namibia oder Libyen die Interesse an der Technologie haben, konnten die Bauvorhaben bisher wegen einer fehlenden Finanzierung und ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht realisiert werden.

In Australien ist der Bau des weltgrößten Aufwindkraftwerkes mit deutscher Unterstützung geplant. Ein 1.000 Meter hoher Turm mit einem Durchmesser von 130 Metern wird von einem fünf Kilometer breiten Solarkollektor aus Plastik und Glas umgeben sein. Bisher fehlt jedoch die Finanzierung. Auch in vielen anderen Ländern wie dem Sudan, Indien und Ghana, die Interesse an der Technologie haben, konnten die Bauvorhaben bisher wegen einer fehlenden Finanzierung und ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht realisiert werden.

Funktionsprinzip eines Aufwindkraftwerks

Schaubild Funktionsprinzip eines Aufwindkraftwerks

Automation

Die Anfänge der Automatisierung sind wohl fast so alt wie die Menschheit selbst. Wo immer der Mensch erkannte, dass er Energien der Natur wie Wasserkraft oder Arbeitstiere nutzen konnte, erfand er entsprechende Geräte und Technologien, um sich die Arbeit zu erleichtern und produktiver zu machen. Typisches Beispiel dafür sind unter anderem das Rad, der Pflug, die Mühle, das Wasserrad oder der Webstuhl. Dieser existierte bereits im Neolithikum.  Windmühlen finden sich schon bei den Sumerern, also rund 3.500 vor Christus. Heute wird Automation als die durch technischen Fortschritt realisierte Übertragung von Arbeit vom Menschen auf Maschinen definiert.