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Energie Macht Schule
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Elektrischer Leiter

Ein elektrischer Leiter ist ein Medium, das über frei bewegliche Ladungsträger verfügt und somit zum Transport geladener Teilchen benutzt werden kann. Dieser Transport wird auch als elektrischer Strom bezeichnet.

Stoffe können eine unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit besitzen. So werden bei den elektrischen Leitern Leiter erster Klasse und Leiter zweiter Klasse unterschieden. Während Leiter erster Klasse bei der elektrische Leitung stofflich unverändert bleiben, verändern sich dagegen Leiter zweiter Klasse stofflich bei der Ladungsleitung durch chemische Reaktionen.
Zu den Leitern erster Klassen zählen Metalle wie Silber, Kupfer oder Aluminium oder Mineralien wie Graphit.

Sogenannte Ionenleiter sind Leiter zweiter Klasse. Die Leitfähigkeit entsteht hier durch die Aufspaltung (Dissoziation) der (ionischen) Kristallgitterstruktur unter Bildung von elektrisch geladenen, beweglichen Ionen im sogenannten Elektrolyt. Dies kann durch Auflösen in einem polaren Lösungsmittel wie beispielsweise Wasser oder durch Schmelzen geschehen. Beispielhaft dafür sind Salzlösungen. Lösliche Salze werden beim Lösungsvorgang in positive und negative Ionen zerlegt. Sie bewirken die Leitfähigkeit. Dabei wandern die positiven Ionen in Richtung der negativen Kathode. Sie werden deshalb auch Kationen genannt. Die negativ geladenen Teilchen, die Anionen, wandern zur positiven Anode. An den Elektroden werden die jeweiligen Ionen durch Elektronenübertritt entladen. Dieses Prinzip wird unter anderen zur galvanischen Abscheidung von Metall, zum Freiwerden von Chlor (aus Natriumchlorid) oder zur Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff verwendet.

Elektrisches und magnetisches Feld

Jede elektrische Ladung ist von einem elektrischen Feld umgeben. Auch ein spannungsführender elektrischer Leiter, in dem augenblicklich kein Strom fließt, hat um sich herum ein elektrisches Feld. Die Stärke dieses Feldes hängt von der Höhe der Spannung ab und wird in Volt pro Meter (V/m) gemessen. Wenn eine elektrische Ladung bewegt wird, entsteht um sie herum ein magnetisches Feld. Stromdurchflossene Leiter sind deshalb zusätzlich zu dem vorhandenen elektrischen Feld von einem magnetischen Feld umgeben. Die Stärke des magnetischen Feldes ist von der Stromstärke abhängig, die durch den Leiter fließt. Sie wird in der Maßeinheit Ampere pro Meter (A/m) gemessen.

Auch der menschliche Körper kann elektrische Energie leiten. Die elektrische Leitfähigkeit des menschlichen Körpers beruht auf dem Vorhandensein körpereigener Ionen, die unter anderem für Stoffwechselvorgänge bedeutsam sind. Im elektrischen Feld kommt es zu einer Verschiebung dieser Ladungsträger. Durch niederfrequente Wechselfelder entstehen kleine Wechselströme, die im Wesentlichen aber nur in den äußeren Körperschichten fließen. Das Körperinnere bleibt weitgehend abgeschirmt. Dies wird auch als Faradayscher Effekt bezeichnet.

Magnetische Wechselfelder verursachen dagegen Wirbelströme, die in allen Körperregionen fließen können. Da das Gewebe leitfähig, aber nicht magnetisierbar ist, durchdringt das magnetische Feld den Körper fast ohne Abschwächung. Anhaltswerte für Körperströme durch elektrische Felder liegen bei etwa 15 Mikroampere Stromstärke pro 1.000 Volt pro Meter. Magnetische Felder bewirken Stromstärken von rund einem Mikroampere pro einem Ampere pro Meter magnetischer Feldstarke (Angaben für ungestörte, homogene 50-Hz-Felder).

Elektroautos

Aktualisiert!

Mit der technischen Verbesserung der Elektrofahrzeuge ergeben sich mögliche Synergien zwischen dem Verkehrssektor und der Energieversorgung: Autos werden im Mittel nur etwa zwei Stunden am Tag gefahren. Mit seiner Batterie ist jedes Auto während seiner Parkzeiten ein potenzieller Stromspeicher. Diese Energie kann dann vom Auto selbst genutzt oder bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden. Da die Batterien der Elektroautos zeitlich variabel geladen werden können, lassen sich die tages- und jahreszeitlich schwankenden Anteile erneuerbarer Energien im Netz besser nutzen.

Elektroautos können darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur CO2-Vermeidung leisten. Schon mit dem aktuellen Strommix in Deutschland sind Elektroautos klimaschonender als Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung würde die Klimabilanz noch verbessern. Die Batteriefahrzeuge haben derzeit aber noch eine geringere Reichweite, als es die Autofahrer gewohnt sind. Hier können Hybridfahrzeuge einen Ausgleich schaffen, die zusätzlich über einen Kraftstofftank verfügen.

Öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge je Gemeinde
(Stand: 31.12.2016)

Deutschlandkarte Öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge

Emissionszertifikate

Seit 2005 ist auch verschmutzte Luft eine handelbare Ware. Über den CO2- Emissionszertifikatehandel werden Rechte verkauft, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. In der Europäischen Union begann der Handel am 1. Januar 2005. Unternehmen sind seitdem verpflichtet, für freiwerdendes CO2 aus Verbrennungsprozessen entsprechende Zertifikate vorzuweisen. Diese können sie an der Strombörse in Leipzig kaufen oder verkaufen. Da das Gesamt-Kontingent der Emissionsberechtigungen begrenzt ist, lassen sich die Emissionen mit diesem System

  • kontrollieren,
  • begrenzen und
  • die Umweltauswirkungen von Verbrennungsprozessen besser kalkulieren.

Die Belastung der Atmosphäre erhält einen Preis, der sich in der Kostenrechnung des Unternehmens niederschlägt. Bisher ist das System auf emissionsstarke Unternehmen wie Energieversorger, Stahlhütten, Chemiewerke und Papier- und Zementfabriken beschränkt. Für die privaten Haushalte oder den Verkehr gelten die Regelungen zum Beispiel nicht.

Endlager

Radioaktive Reststoffe entstehen vielerorts: sowohl bei der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung, als auch bei deren Nutzung in Medizin, Industrie und Forschung. Die anfallenden radioaktiven Abfälle haben je nach Herkunft und Art unterschiedliche Eigenschaften und müssen sicher in speziell dafür angelegten Einrichtungen entsorgt werden. International wird die sogenannte Endlagerung in tiefen geologischen Formationen als die sicherste Option der langfristigen Entsorgung verfolgt.

In Deutschland ist nach dem Atomgesetz der Bund in der Verantwortung, solche Endlager bereitzustellen. Damit diese Aufgabe auch von den heutigen Generationen gelöst wird, die von den Vorteilen der friedlichen Kernenergienutzung profitieren und nicht auf kommende Generationen verschoben wird, gilt es hier zeitnah Lösungen zu finden.

Energie

Energie leitet sich aus dem Griechischen „energeia" ab und bedeutet „Tatkraft" oder auch „wirkende Kraft". Sie ist unsichtbar und kann nur an ihren Wirkungen erkannt werden. Energie ist nötig, wenn etwas in Bewegung gesetzt, schneller gemacht, hochgehoben, beleuchtet oder erwärmt werden soll. Die physikalische Maßeinheit für Energie lautet Joule. Sie ist benannt nach dem britischen Physiker James Prescott Joule.

Energie ist aus physikalischer Sicht die Fähigkeit, „Arbeit zu leisten". Ein Hauptmerkmal von Energie ist, dass sie weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden kann. Dabei bleibt die Menge der Energie in einem abgeschlossenen System konstant. Dies wird auch als Energieerhaltungssatz bezeichnet.

Energieeffizienz

Energieeffizienz ist ein Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Ein Vorgang ist dann effizient, wenn ein maximaler Nutzen mit minimalem Energieaufwand erreicht wird.

Das aktuell gültige Energiekonzept der Bundesregierung aus dem Jahr 2010 setzt sich das Ziel, bis 2020 den Stromverbrauch in Deutschland gegenüber 2008 um etwa 10 Prozent und bis 2050 um etwa 25 Prozent zu vermindern. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 stieg der Bruttostromverbrauch jährlich um  durchschnittlich 0,8 Prozent, insgesamt um 6,1 Prozent. Anders als beim Primärenergieverbrauch ist eine deutliche Minderung des Stromverbrauchs insofern schwerer zu erreichen, als gerade mit Hilfe von Strom Energieeinsparpotenziale erschlossen werden können, beispielsweise über Steuerungs- und Regelungselektronik oder etwa elektrische Wärmepumpen, die Öl- oder Gasheizungen ersetzen. Darüber hinaus soll ― auch aus Umweltgründen ― die Elektromobilität ausgebaut werden.

Im Verkehrsbereich soll der Endenergieverbrauch bis 2020 um rund zehn Prozent und bis 2050 um rund 40 Prozent gegenüber 2005 zurückgehen. Die Sanierungsrate für Gebäude soll von derzeit jährlich weniger als ein Prozent auf zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands verdoppelt werden. Der Rahmen für die Einsparungen im Gebäudebestand ist in der Energieeinsparverordnung, kurzEnEV, abgesteckt. Sie ist ein Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts. In ihr werden Bauherren bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch ihres Gebäudes oder Bauprojektes vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude.

Eines der Hauptanliegen der Novelle der Energieeinsparverordnung ist die Anhebung der energetischen Standards von Neubauten. Die Erhöhung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf in zwei Stufen um jeweils 12,5 Prozent unter Beibehaltung des bisherigen Referenzgebäudes schließt keine der derzeit üblichen Technologien und Energieträger aus. Für die gängigen Systeme ist die Einhaltung der neuen Effizienzanforderungen auf wirtschaftliche Weise möglich.

Energieerhaltungssatz

besagt, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden kann. Dabei bleibt die Menge der Energie in einem abgeschlossenen System konstant. Die Maßeinheit für Energie ist Joule.

Energiepolitisches Zieldreieck

Die  Eckpunkte des sogenannten energiepolitischen Zieldreiecks sind:

  • Versorgungssicherheit,
  • Wirtschaftlichkeit,
  • Umweltschutz.

Diese drei Ziele stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander. Sie sind aber gleichgewichtig und sollen gleichzeitig erreicht werden. Nicht nur in Deutschland spielt das Zieldreieck eine große Rolle sondern auch in der energiepolitischen Diskussion. Das Energiewirtschaftsgesetz, kurz EnWG, verpflichtet in seinem Paragrafen 1 die deutsche Energiepolitik darauf. Darin heißt es wörtlich:

„Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und um-weltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas.“

Die Ziele des energiepolitischen Zieldreiecks stehen nicht unabhängig nebeneinander. Teilweise gibt es klare Zielkonflikte.

  • Eine höhere Umweltverträglichkeit oder eine gesteigerte Versorgungssicherheit ist in vielen Fällen mit höheren Preisen verbunden.
  • Einige besonders umweltfreundliche Energieträger bringen Probleme bei der Versorgungssicherheit mit sich.
  • Wer ausschließlich auf die Preise schaut, verliert schnell die Ziele Umweltschutz und Versorgungssicherheit aus dem Auge.

Energiespeicher

NEU!

Bezeichnet eine Technologie, die eine Speicherung überschüssig erzeugtem Stroms (beispielsweise an besonders wind- und sonnenreichen Tagen) ermöglicht. Neben der Batterie gibt es noch weitere geläufige Energiespeichermethoden wie beispielsweise die Pump- und Druckluftspeicher. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in chemischen Prozessen durch überschüssigen Strom Wasserstroff oder in einem weiteren Schritt Methan herzustellen, welche als Kraftstoff (Wasserstoff) oder Brennstoff für Verkehr und Gaskraftwerke (Methan) genutzt werden können.

Energieträger

sind Materialien, deren Energiegehalt für Energieumwandlungsprozesse genutzt werden kann. Sie können sich

  • in ihrer Energiedichte,
  • in ihrer Transport- und Lagerfähigkeit sowie
  • in ihrem Wirkungsgrad

voneinander unterscheiden. Allgemein differenziert man in primäre und sekundäre Energieträger. Primäre Energieträger werden auch Rohenergieträger genannt, da sie in der Natur zur Verfügung stehen und unbearbeitet beziehungsweise unveredelt genutzt werden können. Dazu zählen unter anderem fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas oder Erdöl. Primäre Energieträger sind aber auch radioaktive Schwermetalle, sogenannte Kernbrennstoffe, wie Uran oder Thorium sowie die erneuerbaren Energieträger wie beispielsweise Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse.

Sekundäre Energieträger werden erst durch die Umwandlung primärer Energieträger erzeugt. Exemplarische Beispiele dafür sind unter anderem:

  • die Gewinnung von Wasserstoff aus Windenergie,
  • die Gewinnung von Ethanol aus der Vergärung von Biomasse oder
  • die Herstellung von Treibstoffen aus der Raffination von Erdöl.

Schon gewusst?
Die fossilen und die mineralischen Rohstoffe erneuern sich in Zeiträumen menschlicher Maßstäbe nicht mehr. Sie werden im echten Sinne verbraucht. Ihre Vorräte sind somit prinzipiell erschöpflich. Man spricht deshalb auch von mengenbegrenzten Energieträgern.

Energieverbrauch im Haushalt

Aktualisiert!

Die privaten Haushalte sind der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland nach der Industrie. Auf sie entfielen 2015rund 25 Prozent des gesamten Netto-Stromverbrauchs. Das entspricht 132,0 Milliarden Kilowattstunden jährlich. Der Gesamt-Stromverbrauch der privaten Haushalte stieg bis 2006 stetig an und nimmt seitdem bis zur Gegenwart tendenziell leicht ab. Da gleichzeitig die Anzahl der Haushalte nach wie vor geringfügig steigt, resultiert daraus eine leichte Abnahme des durchschnittlichen Jahresstromverbrauchs pro Haushalt.

 

Stromverbrauch der privaten Haushalte differenziert nach Anwendungsbereichen für das Jahr 2015
 

Tortendiagramm zum Energieverbrauch privater Haushalte differenziert nach Anwendungsbereichen für das Jahr 2015

 

Aufteilung des Stromverbrauchs privater Haushalte
Mittlerweile entfälit ein Viertel des Stromverbrauchs auf die Gerätegruppen TV/Audio und Büro. Dieser Wert hat seit den 1990er Jahren stark und stetig zugenommen. Dies lässt sich insbesondere auf eine starke Zunahme der Anzahl der Geräte aus dem Bereich der Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungselektronik in den privaten Haushalten zurückführen, Zugenommen hat dabei sowohl die Gerätevielefalt, der Austattungsgrad als auch der Ausstattungsbestand. Zudem werden die Geräte größer und leistungsfähiger. Dies trifft insebsonders auf Fernsehgeräte, aber auch auf Spielkonsolen und Desktop-Computer zu. Aktuell lässt sich durch die Zunahme von mobilen Geräten eine Gegenbewegung beobachten. So verbrauchen beispielsweise Laptops, Tablet-PCs, Notebooks und Smartphones meist weniger Strom als ein Desktop-Computer.
Auch die Art der Nutzung hat sich verändert. So hat unter anderem die Dauer der Nutzung deutlich zugenomme. Eine ständige Erreichbarkeit über soziale Netzwerke ist Alltag - besonders für die jüngere Zielgruppe, aber auch immer mehr für ältere Nutzer. Oftmals werden verschiedene Geräte parallel genutzet. So wird während des Fernsehens am PC recherciert oder am Smartphone mit Freunden, Bekannten oder der Familie kommuniziert.

Dagegen hat der Stromverbrauch für das Kühlen und Gefrieren von Produkten in den vergangenen 15 Jahren deutlich abgenommen, da sich zunehmend sparsame Geräte auf dem Markt durchgesetzt haben. Die Einführung des Energielabels Mitte der 1990-er Jahre trieb diese Entwicklung maßgeblich voran. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung hat ebenfalls, wenn auch nur leicht, abgenommen. Wichtigste Ursache dafür ist das stufenweise Auslaufen ineffizienter Leuchtmittel aufgrund der europäischen Ökodesign-Richtlinie. So dürfen beispielsweise seit September 2009 keine matten Leuchtmittel (Glüh- und Halogenleuchten) mehr in den Handel gebracht werden. Klare Glühlampen liefen stufenweise aus. Kompaktleuchtstofflampen und immer mehr LED-Leuchten sind die Alternativen. Sie sind nicht nur viel sparsamer sondern auch langlebiger.

Der Anteile am Stromverbrauch für Waschen, Trocknen und Spühlen hat leicht zugenommen. Grund dafür ist der deutliche Anstieg der Marktsättigung an Wäschetrocknern und Geschirrspühlern. Sie hat die Effizienzgewinne der Einzelgeräte vorerst überkompensiert. Diese Entwicklung dürfte ich mittelfristig umkehren, da mittlerweise der Bedarf an Ersatz deutlich überweigt. So ist beispielsweise bei Wäschetrocknern die Hälfte der verkauften Geräte hocheffiziente Wärmepumpengeräte.

Verteilung des Stromverbrauchs privater Haushalte für 1996 und 2001 im Vergleich
(differenziert nach Anwendungsarten)

Balkendiagramm Verteilung des Stromverbrauchs privater Haushalte für 1996 und 2001 im Vergleich differenziert nach Anwendungsarten

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

ist das „Grundgesetz“ der deutschen Energiewirtschaft. Es regelt seit April 1998 den diskriminierungsfreien Netzzugang und setzt die Vorgaben der europäischen Beschleunigungsrichtlinien in nationales Recht um. Zweck des Gesetzes ist eine möglichst

  • sichere,
  • preisgünstige,
  • verbraucherfreundliche,
  • effiziente und
  • umweltverträgliche

leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht. Die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze dient den Zielen der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs bei der Versorgung mit Elektrizität und Gas und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen. Zweck dieses Gesetzes ist ferner die Umsetzung und Durchführung des Europäischen Gemeinschaftsrechts auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung.

Energy-only-Markt

NEU!

ein Energiemarkt, bei dem nur tatsächliche Energielieferungen vergütet werden, nicht aber die Bereitstellung von Leistung.

Entflechtung

beinhaltet die informatorische, buchhalterische, organisatorische und gesellschaftsrechtliche Trennung verschiedener Geschäftsbereiche der Energieversorger. Nach den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes müssen Energieunternehmen mit mehr als 100.000 Kunden den Netzbetrieb von anderen Bereichen des Wettbewerbs, wie beispielsweise Erzeugung und Vertrieb, gesellschaftsrechtlich trennen.

 

Erdkabel

NEU!

ist eine unterirdische, isolierte Leitungsführung. Ihre Verlegung ist in verschiedenen Bauausführungen denkbar, so z.B. in Gräben oder in Tunnelbauwerken.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie

Mit vollem Namen heißt das EEG "Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien". Es trat am 1. April 2000 in Kraft und wurde inzwischen mehrfach novelliert. Das Gesetz dient dem in Paragraf 1 festgeschriebenen Zweck,

  • „im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung [zu] ermöglichen“
  • „die volkwirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte [zu] verringern“ und
  • „fossile Energieressourcen [zu] schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien [zu] fördern“. (Quelle: Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien)

Im Kern legt das Erneuerbare-Energien-Gesetz Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien fest, die über dem Marktpreis liegen, und verpflichtet Netzbetreiber, Ökostrom zu diesen Sätzen und in vollem Umfang abzunehmen und in den Markt zu bringen. Die dabei entstehenden Mehrkosten müssen in erster Linie die Stromkunden tragen ― über die sogenannte EEG-Umlage.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist von Energieträger zu Energieträger verschieden. Für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen beispielsweise gibt es eine viel höhere Vergütung je Kilowattstunde als für Windstrom. Zudem unterscheidet sich die Vergütungshöhe für die meisten Energieträger

  • nach dem Inbetriebnahmezeitpunkt,
  • nach der Anlagengröße und
  • teilweise nach dem Anlagenstandort. 

So ist zum Beispiel die Vergütung für Windstrom aus Offshoreanlagen deutlich höher als für Windkraftanlagen an Land. Die Höhe der Vergütungen liegt in der Regel über dem Marktpreis. Sie ist bei fast allen Anlagentypen „degressiv ausgestaltet“. Dies bedeutet, je später eine Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer ist die Vergütungshöhe. Damit sollen Anreize für Hersteller und Anlagenbetreiber gesetzt werden, Kostensenkungspotenziale zu erschließen, zum Beispiel durch technische Weiterentwicklungen oder bei der Herstellung und beim Betrieb von Anlagen. Die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültige Vergütungshöhe bleibt dann aber über den gesamten Förderzeitraum der Anlage ― für die meisten Anlagentypen sind das 20 Jahre ― gleich.

Die Netzbetreiber verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu, die jeweilige Anlage an ihr Netz anzuschließen, den Strom abzunehmen und die gesetzlich geregelte Vergütung zu zahlen. Lokale und regionale Netzbetreiber geben den Strom an die überregional tätigen Übertragungsnetzbetreiber weiter und erhalten dafür die ausbezahlten EEG-Vergütungen erstattet. Bis 2010 waren die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, den Strom an die Energieversorgungsunternehmen weiterzuleiten. Seit 2010 müssen sie stattdessen den Strom aus erneuerbaren Energien an der Strombörse vermarkten.

Entwicklungsschub durch EEG

Das im April 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie sein Vorgänger, das Stromeinspeisungsgesetz von 1990, haben wesentlichen Anteil daran, dass sogenannter Ökostrom heute einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leistet. Nicht zuletzt mithilfe dieses Gesetzes sind aus einer Vision anwendungsfähige Technologien geworden. Insofern ist das Gesetz ein Erfolgsmodell. Allerdings sind die damit verbundenen Kosten beträchtlich.

Europäischer Binnenmarkt für Energie

Die Europäische Union soll über einen offenen, wettbewerbsorientierten Energiebinnenmarkt verfügen. Durch die Öffnung der Energie-Märkte für den Wettbewerb sollten die Energiekosten gesenkt, und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie auf den Weltmärkten gestärkt werden. Für den Verbraucher ergeben sich Kostenersparnisse.

Als ein erster Schritt wurde im Dezember 1996 die Richtlinie zur Vollendung des Elektrizitätsbinnenmarkts verabschiedet. Sie sieht vor, einen echten Wettbewerb zwischen den Elektrizitätserzeugern zuzulassen und den Verbrauchern die freie Wahl des Energielieferanten zu ermöglichen. Die Mitgliedstaaten waren aufgefordert, bis zum 19. Februar 1999 mindestens 26 Prozent des Elektrizitätsmarktes zu öffnen. Großbritannien, Deutschland, Schweden und Finnland haben ihre Elektrizitätsmärkte bereits vollkommen liberalisiert.

Einen weiteren Schritt zur Öffnung des Binnenmarktes für Energie wurde mit der Richtlinie zur Liberalisierung des Erdgasmarktes vollzogen, die im August 1998 in Kraft trat und in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union bis August 2000 umgesetzt sein sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten mindestens 20 Prozent des Erdgasmarktes geöffnet sein. Die vollständige Liberalisierung des europäischen Strommarktes rückte zum 1. Juli 2004 zumindest für Unternehmenskunden ein Stück näher. Von diesem Zeitpunkt an müssen alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Gewerbetreibenden die freie Wahl des Stromanbieters ermöglichen.

Übergangsfristen gibt es nur noch für einzelne Beitrittsstaaten. Deutsche Unternehmen und Verbraucher haben bereits seit 1998 die freie Wahl unter den Stromanbietern. Mitte 2009 folgte das sogenannte Dritte Energiebinnenmarktpaket, um die Schaffung des europäischen Energiebinnenmarktes weiter voranzutreiben.

European Energy Exchange (EEX)

ist eine Handelsplattform für Strom und Erdgas mit Sitz in Leipzig. Sie wird auch als Strombörse bezeichnet. Die European Energy Exchange betreibt einen Spotmarkt und einen Terminmarkt. Der Spotmarkt ist der Ort, an dem ein vereinbartes Geschäft, bestehend aus Lieferung, Abnahme und Bezahlung unmittelbar abgewickelt wird. Auf dem Terminmarkt werden Verträge über zukünftig zu erfüllende Geschäfte geschlossen. Der Preis wird dabei bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Darüber hinaus werden dort auch Kohlekontrakte und CO2-Zertifikate gehandelt.