BDEW

Energie Macht Schule
A B C D E F G H I J K L M N O P R S T Ü V W Z

Fluktuierende Einspeisung und Speicherung

Der Begriff "fluktuierend"  leitet sich vom lateinischen Wort "fluctuare" ab. Dies bedeutet so viel wie „hin und her schwanken“. Er bezeichnet damit eine (andauernde) Veränderung, eine Schwankung, einen Wechsel von Gegebenheiten und Zuständen.

Die fluktuierende Einspeisung der Windkraftwerke oder Solaranlagen durch ihre Tageszeit- und Wetterabhängigkeit bringt ein hohes Maß an Unberechenbarkeit der erzeugten Strommenge mit sich. Im Rahmen des bestehenden Energiemixes gleichen zusätzlich Gaskraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke diese Schwankungen aus. Künftig sollen dazu neue Techniken wie die Wasserstoffspeicherung und die Druckluftspeicherung zum Einsatz kommen. Mit der Weiterentwicklung der Batterietechnik sollen auch Elektroautos Speicherkapazitäten zur Verfügung stellen.

Fördersysteme erneuerbarer Energien

Die Förderung erneuerbarer Energien liegt in der Verantwortung der einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Entsprechend vielfältig sind die Fördersysteme. In den meisten Mitgliedstaaten, darunter auch Frankreich, Deutschland und Spanien, werden Einspeisevergütungen als Hauptinstrument zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen gesetzlich festgeschriebenen Preis, den die Stromnetzbetreiber an die Erzeuger von Ökostrom zahlen müssen.

Andere Länder setzen auf ein Quotensystem: Der Staat setzt eine Strommenge oder einen Stromanteil fest, den die Versorger aus erneuerbaren Quellen bereitstellen müssen. Das Erreichen dieser Quote kann, wie es in Großbritannien der Fall ist, durch die Vergabe von Zertifikaten kontrolliert werden, die auf dem Markt gehandelt werden. Steuerliche Anreize als hauptsächliche Form der Förderung werden nur in Finnland und Malta gesetzt. Neben anderen Fördersystemen existieren europaweit zudem Mischformen der verschiedenen Modelle.

Unterm Strich verursachen alle Fördersysteme für erneuerbare Energien zunächst Mehrkosten im Vergleich zur Stromerzeugung aus konventionellen Energien, den letztlich die Verbraucher bezahlen müssen. Treffen in einem Marktgebiet wie Europa mehrere Fördersysteme aufeinander, kann dies zu weiteren Kostensteigerungen führen. Laut einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln aus dem Frühjahr 2010 führt die nationale Ausrichtung der Fördersysteme dazu, dass häufig Technologien an „suboptimalen Standorten“ realisiert werden: Es wird dort investiert, wo die Förderung am höchsten ist und nicht dort, wo die Kosten der Stromerzeugung am geringsten ausfalle.

Förderung erneuerbarer Energien in Europa

Schaubild Förderung erneuerbarer Energien in Europa

Freie Marktwirtschaft

Bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, die auf den Ideen und Gedanken des klassischen Liberalismus beruht und in der jeder Wirtschaftteilnehmer frei nach seinen Interessen und Zielen handelt. Der Staat gibt dabei nur die Rahmenbedingungen vor, indem er für den Schutz, die Sicherheit der Bürger und deren Eigentum sorgt, das Rechtssystem erhält und ein Zahlungsmittel bereitstellt. Er greift jedoch nicht in den Marktmechanismus ein. Die Abstimmung über alle wirtschaftlichen Handlungen erfolgt über den Markt: Die Unternehmen produzieren, was die Konsumenten nachfragen. Die Preise für Güter bilden sich damit auch allein durch Angebot und Nachfrage.

Zentrale Kennzeichen einer freien Marktwirtschaft sind:

  • Privateigentum an Produktionsmitteln,
  • freier Wettbewerb,
  • freie Preisbildung,
  • Gewerbefreiheit,
  • Konsumfreiheit.

Neben der freien Marktwirtschaft ist die soziale Marktwirtschaft eine weitere idealtypische Variante einer marktwirtschaftlichen Ordnung.

Freileitung

NEU!

bezeichnet die  Gesamtheit einer Anlage zur oberirdischen Fortleitung von elektrischer Energie. Sie besteht aus aus Stützpunkten und Leitungsteilen. Stützpunkte umfassen Masten, deren Gründungen und Erdungen. Leitungsteile umfassen oberirdisch verlegte Leiterseile und Isolatoren mit ihren jeweiligen Zubehörteilen.

Frequenz

Ist das Kennzeichen des Wechselstroms. Sie ist ein Maß für die Elektronenbewegung im elektrischen Leiter. Diese Bewegung ist als eine Art Pendelbewegung vorstellbar. Unser Stromversorgungsnetz wird, unabhängig von der Spannungsebene, mit einer Frequenz von 50 Hertz betrieben. Anders ausgedrückt: Die Elektronen kommen auf 50 komplette Pendelbewegungen in einer Sekunde. Ganz besonders wichtig ist es, diese Frequenz immer genau einzuhalten. Beispielsweise hängt davon die Drehzahl eines Motors ab. In vielen Fällen spielt es nur eine geringe Rolle, ob solch ein elektrischer Antrieb exakt mit der auf dem Typenschild angegebenen Drehzahl rotiert, aber eben nicht in allen. Deutlich wird das an der mit Wechselstrom betriebenen Uhr. Ist die Frequenz zu hoch, läuft der kleine Motor in der Uhr zu schnell, die Uhr geht vor. Ist die Frequenz zu niedrig, geht der Motor in der Uhr zu langsam und die Uhr geht nach.

Auch für die Erzeugerseite ist die Einhaltung der Frequenz lebenswichtig. In allen Kraftwerken drehen sich die Generatoren im gleichen Takt: gerade so schnell, dass der Wechselstrom genau 50 Hertz aufweist. Ändert sich nun plötzlich aus irgendeinem Grund, zum Beispiel durch den Ausfall eines großen Kraftwerks oder durch eine plötzliche Veränderung der Netzbelastung, die Frequenz im Netz, können die Maschinen „aus dem Tritt“ geraten. Schon geringfügige Abweichungen von der Sollfrequenz reichen aus, um in den Schaltzentralen Alarmstimmung aufkommen zu lassen. Ursachen werden gesucht und ― neben einigen automatisch ablaufenden Regelungsprozessen ― entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Die Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit des europäischen Kraftwerksparks und Verbundnetzes sind so ausgelegt, dass möglichst auch unter extremen Bedingungen, wie zum Beispiel

  • beim Ausfall einzelner Kraftwerke,
  • zu Zeiten extrem hoher Netzbelastung oder
  • nach der Unterbrechung von Versorgungsleitungen

die tatsächliche Frequenz nie um mehr als 0,05 Hertz von der Netzfrequenz in einer Höhe von 50 Hertz abweicht. Mit anderen Worten: Der Kraftwerkspark muss so beschaffen sein, dass selbst unter ungünstigsten Bedingungen das Stromangebot nicht geringer als die Stromnachfrage ist. Sollte die Netzbelastung die Leistungsfähigkeit sämtlicher Kraftwerke eines Versorgungsnetzes dennoch übersteigen, so droht der vollständige oder teilweise Zusammenbruch der Stromversorgung. Stromausfall ist die Folge.