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Energie Macht Schule
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Last

ist der momentane Leistungswert einer abgenommenen oder bereitgestellten elektrischen Leistung. Sie wird in Megawatt (MW) angegeben und durch die Messung eines Augenblickwertes oder durch die Bildung eines Mittelwertes während eines kurzen Zeitabschnitts bestimmt. Die Last kann sich beziehen

  • auf einen Kunden,
  • auf ein Gerät,
  • auf eine Gruppe von Kunden oder Geräten oder
  • auf ein Netz.

Die Lastkurve stellt den Bedarf an elektrischer Energie dar, der durch Faktoren wie Tag und Nacht, Wettereinflüsse, zeitlich unterschiedliche Anforderungen von Industrie und Gewerbe sowie durch den Bedarf der Haushalte ständig schwankt. Die Techniker in den Schaltzentralen der Energieversorger müssen bei Änderungen der Nachfrage umgehend reagieren, zum Beispiel Kraftwerke anfahren oder drosseln.

Lastabwurf

bezeichnet das Abschalten von Verbrauchsmitteln im Stromnetz. Die Abschaltung wird, da dies im Allgemeinen ein nicht geplantes Ereignis darstellt, von automatischen Einrichtungen wie dem Netzschutz bei Erreichen bestimmter voreingestellter Messwerte ausgelöst und in automatischen Abläufen durch das Öffnen von Leistungsschaltern in Umspannwerken durchgeführt. Für die vom Lastabwurf betroffenen Teile des Netzes und die daran angeschlossenen Verbraucher führt diese Maßnahme zu einem Stromausfall. Ein Lastabwurf ist die letzte mögliche Maßnahme, um dem drohenden kompletten Zusammenbruch eines Verbundnetzes oder eines Teils davon zuvorzukommen und dient dazu, verbleibende Netzsegmente zu stabilisieren.

Leiter

Ein Leiter ist in der Physik ein Stoff, der in der Lage ist, verschiedene Arten von Energie oder Teilchen zwischen unterschiedlichen Orten zu transportieren. Man unterscheidet Leiter für Strom, Wärme, Licht und Magnetismus. Einen nichtleitenden Stoff nennt man Isolator.

Der englische Naturwissenschaftler Stephen Gray entdeckte 1729 die elektrische Leitung und teilte als erster Stoffe in elektrische Leiter und elektrische Nichtleiter ein.

Liberalisierung

Begriff, der im wirtschaftlichen Kontext nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, auch bekannt als OECD, geprägt wurde. Anfangs drückte Liberalisierung lediglich den Abbau von mengenmäßigen Handelsbeschränkungen aus, primär im damaligen Raum der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, kurz EWG. Heute steht der Begriff allgemein für Deregulierung und Privatisierung. Ziel der Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes ist die Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union.

Am 19. Februar 1999 trat in der Europäischen Union das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz, kurz ELWOG, in Kraft. Damit begann der Prozess zur Schaffung eines einheitlichen und liberalisierten Strommarktes in der Europäischen Union. Nationale Barrieren wurden abgebaut und die Netze für jeden Anbieter geöffnet. Zur Liberalisierung gehört auch das  sogenannte Unbundling. Dies bezeichnet die gesellschaftsrechtliche beziehungsweise kaufmännische Trennung der betrieblichen Bereiche Erzeugung, Transport und Verteilung sowie transparente Vereinbarungen der Durchleitungsentgelte.