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Energie Macht Schule

Biomasse

Aktualisiert!

gehört zu den wichtigsten erneuerbaren Energieträgern in Deutschland. Im Jahr 2015 lieferten die rund 14.000 Anlagen gut 38 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht gut 25 Prozent der insgesamt durch erneuerbare Energien produzierten Strommenge beziehungsweise sieben Prozent der Gesamtstromerzeugung in Deutschland. Bei der energetischen Nutzung von Biomasse entsteht nur so viel Kohlendioxid, wie von Pflanzen in ihrer Wachstumsphase aus der Luft aufgenommen wurde. Verschiedenen Studien zufolge könnte in Deutschland die Stromerzeugung aus Biomasse bis 2020 auf jährlich 35 Milliarden Kilowattstunden bis 55 Milliarden Kilowattstunden gesteigert werden, bis 2050 sogar auf bis zu 70 Milliarden Kilowattstunden.

Biomasse besitzt viele Vorteile. Sie ist in flüssiger, gasförmiger und fester Form verfügbar und kann gut gelagert werden. Damit ist sie vielen anderen erneuerbaren Energieträgern überlegen, denn sie steht jederzeit bedarfsgerecht beispielsweise für Biomasse-Heizkraftwerke zur Verfügung. Zur Energiegewinnung aus Biomasse nutzt man Mais und bestimmte Getreidearten, Holz, Ernterückstände und organische Abfälle. Auch Nebenprodukte aus der Nutztierhaltung gehören dazu. Hinzu kommen unter anderem Althölzer, Sägemehl, Papier und Klärschlamm. Die Hälfte des Hausmülls wird ebenfalls zur Biomasse gerechnet.

Die Energiegewinnung aus Biomasse erfolgt meist durch Verbrennung in Feuerungsanlagen. Im Grunde ist die dabei frei werdende Wärme organisch gespeicherte Sonnenenergie. Bei der Energiegewinnung verhält sich der Brennstoff CO2-neutral, denn die Pflanzen geben bei ihrer Verbrennung nur genau die Menge CO2 ab, die sie zuvor bei ihrem natürlichen Wachstum eingelagert haben.

Ob Biogas, Gülle, Stroh, Holz oder biogene Reststoffe im Müll ― Biomasse hat auch mit Blick auf die  energetische Nutzung zahlreiche Vorteile: Sie ist CO2-neutral, immer verfügbar und kann sogar gelagert werden. Man kann sie zur Stromerzeugung einsetzen, Treibstoff daraus herstellen oder damit heizen. Das hat die Biomasse vielen anderen erneuerbaren Energieträgern voraus.

 

Energie aus Biomasse ― Verfahren der Energieumwandlung und Energieeinsatz

Schaubild Energie aus Biomasse - Verfahren der Energieumwandlung und Energieeinsatz

Die energetische Nutzung von Biomasse steht allerdings in Konkurrenz zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion von Nahrungsmitteln. Kritiker befürchten höhere Preise für Lebensmittel sowie die Abholzung von Tropenwäldern, damit Platz für schnell wachsende Pflanzen entsteht, deren Öle in Biomasseanlagen verwendet werden. Insbesondere die Armen der Dritten Welt müssten mit steigenden Lebensmittelpreisen und der Zerstörung ihrer Umwelt für den Energiehunger der Industriestaaten zahlen.
Unkritisch in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die energetische Nutzung von Restholz oder Gülle. Die Nutzung von tropischen Pflanzenölen wie Palm- und Sojaöl ist mittlerweile nur noch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz förderfähig, wenn nachgewiesen wird, dass die Öle durch nachhaltige Verfahren gewonnen wurden. Auch für feste Biomasse hat die Regierung 2010 Nachhaltigkeitsanforderungen in einer Verordnung aufgestellt.

Foto einer Biogasanlage

Quelle: BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft