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Energie Macht Schule

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie

Mit vollem Namen heißt das EEG "Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien". Es trat am 1. April 2000 in Kraft und wurde inzwischen mehrfach novelliert. Das Gesetz dient dem in Paragraf 1 festgeschriebenen Zweck,

  • „im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung [zu] ermöglichen“
  • „die volkwirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte [zu] verringern“ und
  • „fossile Energieressourcen [zu] schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien [zu] fördern“. (Quelle: Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien)

Im Kern legt das Erneuerbare-Energien-Gesetz Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien fest, die über dem Marktpreis liegen, und verpflichtet Netzbetreiber, Ökostrom zu diesen Sätzen und in vollem Umfang abzunehmen und in den Markt zu bringen. Die dabei entstehenden Mehrkosten müssen in erster Linie die Stromkunden tragen ― über die sogenannte EEG-Umlage.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist von Energieträger zu Energieträger verschieden. Für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen beispielsweise gibt es eine viel höhere Vergütung je Kilowattstunde als für Windstrom. Zudem unterscheidet sich die Vergütungshöhe für die meisten Energieträger

  • nach dem Inbetriebnahmezeitpunkt,
  • nach der Anlagengröße und
  • teilweise nach dem Anlagenstandort. 

So ist zum Beispiel die Vergütung für Windstrom aus Offshoreanlagen deutlich höher als für Windkraftanlagen an Land. Die Höhe der Vergütungen liegt in der Regel über dem Marktpreis. Sie ist bei fast allen Anlagentypen „degressiv ausgestaltet“. Dies bedeutet, je später eine Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer ist die Vergütungshöhe. Damit sollen Anreize für Hersteller und Anlagenbetreiber gesetzt werden, Kostensenkungspotenziale zu erschließen, zum Beispiel durch technische Weiterentwicklungen oder bei der Herstellung und beim Betrieb von Anlagen. Die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültige Vergütungshöhe bleibt dann aber über den gesamten Förderzeitraum der Anlage ― für die meisten Anlagentypen sind das 20 Jahre ― gleich.

Die Netzbetreiber verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu, die jeweilige Anlage an ihr Netz anzuschließen, den Strom abzunehmen und die gesetzlich geregelte Vergütung zu zahlen. Lokale und regionale Netzbetreiber geben den Strom an die überregional tätigen Übertragungsnetzbetreiber weiter und erhalten dafür die ausbezahlten EEG-Vergütungen erstattet. Bis 2010 waren die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, den Strom an die Energieversorgungsunternehmen weiterzuleiten. Seit 2010 müssen sie stattdessen den Strom aus erneuerbaren Energien an der Strombörse vermarkten.

Entwicklungsschub durch EEG

Das im April 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie sein Vorgänger, das Stromeinspeisungsgesetz von 1990, haben wesentlichen Anteil daran, dass sogenannter Ökostrom heute einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leistet. Nicht zuletzt mithilfe dieses Gesetzes sind aus einer Vision anwendungsfähige Technologien geworden. Insofern ist das Gesetz ein Erfolgsmodell. Allerdings sind die damit verbundenen Kosten beträchtlich.