BDEW

Energie Macht Schule

Schattenkraftwerke

sind zumeist konventionelle Kraftwerke, die bereitstehen, um den Bedarf an Energie durch einen längeren Ausfall eines Energieerzeugers zu decken. Meist handelt es sich um Kraftwerke,

  • die mit reduzierter Leistung arbeiten,
  • bei Bedarf schnell mehr Strom erzeugen,
  • ihre Leistung aber auch schnell wieder verringern können.

Sogenannte Spitzenlastkraftwerke decken dabei den kurzfristigen Bedarf. Es gibt darüber hinaus Kraftwerke, die überwiegend im jahreszeitlichen Verlauf, also zum Beispiel im Winter, wenn mehr Strom benötigt wird, zum Einsatz kommen. Sie nennt man kalte Reserve.

Schattenkraftwerke vor dem Hintergrund erneuerbarer Energien

Wie viel Strom zu welchem Zeitpunkt aus erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind erzeugt werden kann, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Wenn der Anteil der erneuerbaren Energien stark zunimmt, wächst der Bedarf an Kraftwerken, die schnell hochgefahren oder heruntergefahren werden können, um Stromnachfrage und Stromerzeugung in Einklang zu bringen: die sogenannten Schattenkraftwerke. Wenn sich Wolken vor die Sonne schieben, sinkt die Stromerzeugung in Photovoltaikanlagen rapide. Ähnlich ist es beim Wind: Weht er, können Windkraftanlagen innerhalb kurzer Zeit viel mehr Strom ins Netz einspeisen, ebbt der Wind ab, sinkt die Leistung der Anlagen abrupt. Deshalb sind Schattenkraftwerke zum Ausgleich solcher Schwankungen notwendig. Das Problem: Laufen Kraftwerke in Teillast, sinkt in der Regel ihr Wirkungsgrad. Das verursacht Kosten und belastet die Umwelt. Außerdem sollen neue effiziente Schattenkraftwerke zwar die Umwelt schonen, ihr Bau lohnt sich aber kaum, wenn sie nur gelegentlich genutzt werden.

Regelleistung zum Ausgleich von Stromerzeugung und Stromverbrauch wird seit jeher zum Aufrechterhalten der Stabilität des Stromnetzes benötigt. Dafür werden unter anderem Pumpspeicherkraftwerke, die mit Wasserkraft arbeiten, und Gasturbinen eingesetzt. Aufgrund des massiven Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne, die vom Wetter abhängen und deren Beitrag zur Deckung des Strombedarfs deshalb nicht hinreichend sicher einkalkuliert werden kann, wird inzwischen Regelenergie in erheblichem Umfang benötigt. Fachleute diskutieren derzeit, ob es künftig einen sogenannten Kapazitätsmarkt geben muss, damit für den Ausgleich der unstetigen Stromeinspeisung aus Sonnenenergie und Windenergie jederzeit ausreichende Reservekapazitäten, also Schattenkraftwerke, zur Verfügung stehen. Im Prinzip heißt dies, dass ein Mechanismus für die Bezahlung von Kraftwerken gefunden werden muss, die nur dafür in Reserve stehen, dass sie im Fall der Fälle einspringen. Bisher werden Stromerzeuger nur dann bezahlt, wenn sie auch Strom liefern. Solange Kraftwerke nur Reserve stehen, verdienen sie gar nichts und verursachen nur Kosten.