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Energie Macht Schule

Stromerzeugung

Aktualisiert!

ist die Bezeichnung für die technische Gewinnung elektrischer Energie, die über Stromnetze zum Verbraucher transportiert wird. Aus physikalischer Sicht findet keine Stromerzeugung, sondern eine Umwandlung anderer Energieformen wie beispielsweise Sonnenenergie, Windenergie oder chemische Energie statt. Letztere findet sich dabei in fossilen Energieträgern wie Kohle oder Erdöl.

Die Anteile der Energieträger an der Stromerzeugung haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. Kohle und Kernenergie waren 2016 mit einem Anteil von 53 Prozent zwar weiterhin die wichtigsten Energieträger, 1999 waren es allerdings noch etwa 80 Prozent. Stattdessen wurde in Deutschland mehr Strom aus erneuerbaren Energien und Erdgas produziert.

Bruttostromerzeugung
(Anteile der einzelnen Energieträger 2015 und 2016 an der erzeugten Strommenge)

Infografik Anteile der einzelnen Energieträger 2015 und 2016 im Vergleich an de erzeugten Bruttostrommenge

 

Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien hat sich seit 1999 mehr als verdreifacht und stieg 2016 auf einen Anteil von 29 Prozent, Erdgas hatte einen Anteil von 12 Prozent. 1999 trugen regenerative Energieträger fünf Prozent zur Stromerzeugung bei, Erdgas zehn Prozent.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
(Anteile der einzelnen Energieträger 2015 und 2016 an der aus erneuerbaren Energien erzeugten Strommenge)

Schaubild Anteile der einzelnen Energieträger 2015 und 2016 an der aus erneuerbaren Energien erzeugten Strommenge

 

Tiefgreifende Veränderungen des Energiemixes bei der Stromerzeugung

Die Bundesregierung strebt vor allem aus Gründen des Klimaschutzes eine tiefgreifende Veränderung des Energiemixes bei der Stromerzeugung an. Nach ihrem Energiekonzept in der Entwurfsfassung vom 7. September 2010 soll bis 2020 der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 35 Prozent betragen. Dabei strebt die Bundesregierung folgende Entwicklung des Anteils der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch an:

  • 50 Prozent bis 2030,
  • 65 Prozent bis 2040,
  • 80 Prozent bis 2050.

Die Herausforderung ist gewaltig. Das System der Stromversorgung muss grundlegend erneuert werden. Soweit nicht kostengünstiger Ökostrom aus dem Ausland importiert werden kann, müssen vor allem neue Windkraftwerke, Biomassekraftwerke und Solarkraftwerke errichtet werden. Für die wetterabhängige Stromerzeugung aus Solarkraftanlagen und Windkraftanlagen müssen konventionelle Kraftwerke für jene Zeiten in Reserve stehen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Diese werden auch als Schattenkraftwerke bezeichnet.

Fossile Kraftwerke sollen nach dem Energiekonzept der Bundesregierung überwiegend in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden und mit Carbon Capture and Storage-Technik, kurz CCS-Technik versehen sein. Neue Speichertechnologien müssen erforscht und entwickelt werden. Das Stromnetz muss ebenfalls komplett umgebaut werden, denn Strom aus erneuerbaren Energien kann nur noch in begrenztem Umfang verbrauchsnah erzeugt werden. So muss beispielsweise Windenergie von den Erzeugungsschwerpunkten an der Küste mit neuen Übertragungsleitungen zu den Nachfrageschwerpunkten im Westen und Süden Deutschlands transportiert werden. Darüber hinaus sind die vorhandenen Netze bisher nicht auf die Stromeinspeisung durch zahlreiche dezentrale Erzeugungsanlagen ausgerichtet. "Das zu erwartende Investitionsvolumen liegt in einer Größenordnung von rund 20 Milliarden Euro jährlich“, heißt es im Energiekonzept der Bundesregierung. Dies sind in 40 Jahren also zusammen etwa 800 Milliarden Euro.