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Energie Macht Schule
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Elektrischer Leiter

Ein elektrischer Leiter ist ein Medium, das über frei bewegliche Ladungsträger verfügt und somit zum Transport geladener Teilchen benutzt werden kann. Dieser Transport wird auch als elektrischer Strom bezeichnet.

Stoffe können eine unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit besitzen. So werden bei den elektrischen Leitern Leiter erster Klasse und Leiter zweiter Klasse unterschieden. Während Leiter erster Klasse bei der elektrischen Leitung stofflich unverändert bleiben, verändern sich dagegen Leiter zweiter Klasse stofflich bei der Ladungsleitung durch chemische Reaktionen.

Zu den Leitern erster Klasse zählen Metalle wie Silber, Kupfer oder Aluminium oder Mineralien wie Graphit. Leiter zweiter Klasse sind sogennnte Ionenleiter. Die Leitfähigkeit entsteht hier durch die Aufspaltung (Dissoziation) der (ionischen) Kristallgitterstruktur unter Bildung von elektrisch geladenen, beweglichen Ionen im sogenannten Elektrolyt. Dies kann durch Auflösen in einem polaren Lösungsmittel wie beispielsweise Wasser oder durch Schmelzen geschehen. Beispielhaft dafür sind Salzlösungen. Lösliche Salze werden beim Lösungsvorgang in positive und negative Ionen zerlegt. Sie bewirken die Leitfähigkeit. Dabei wandern die positiven Ionen in Richtung der negativen Kathode. Sie werden deshalb auch Kationen genannt. Die negativ geladenen Teilchen, die Anionen, wandern zur positiven Anode. An den Elektroden werden die jeweiligen Ionen durch Elektronenübertritt entladen. Dieses Prinzip wird unter anderem zur galvanischen Abscheidung von Metall, zum Freiwerden von Chlor (aus Natriumchlorid) oder zur Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff verwendet.

Elektrisches und magnetisches Feld

Aktualisiert!

Jede elektrische Ladung ist von einem elektrischen Feld umgeben. Auch ein spannungsführender elektrischer Leiter, in dem augenblicklich kein Strom fließt, hat um sich herum ein elektrisches Feld. Die Stärke dieses Feldes hängt von der Höhe der Spannung ab und wird in Volt pro Meter (V/m) gemessen. Wenn eine elektrische Ladung bewegt wird, entsteht um sie herum ein magnetisches Feld. Stromdurchflossene Leiter sind deshalb zusätzlich zu dem vorhandenen elektrischen Feld von einem magnetischen Feld umgeben. Die Stärke des magnetischen Feldes ist von der Stromstärke abhängig, die durch den Leiter fließt. Sie wird in der Maßeinheit Ampere pro Meter (A/m) gemessen.

Auch der menschliche Körper kann elektrische Energie leiten. Die elektrische Leitfähigkeit des menschlichen Körpers beruht auf dem Vorhandensein körpereigener Ionen, die unter anderem für Stoffwechselvorgänge bedeutsam sind. Im elektrischen Feld kommt es zu einer Verschiebung dieser Ladungsträger. Durch niederfrequente elektrische Wechselfelder entstehen kleine Wechselströme, die im Wesentlichen aber nur in den äußeren Körperschichten fließen. Das Körperinnere bleibt weitgehend abgeschirmt. Dies wird auch als Faradayscher Effekt bezeichnet.

Magnetische Wechselfelder verursachen dagegen Wirbelströme, die in allen Körperregionen fließen können. Da das Gewebe leitfähig, aber nicht magnetisierbar ist, durchdringt das magnetische Feld den Körper fast ohne Abschwächung. Dies wird unter anderem in der Medizintechnik genutzt. Anhaltswerte für Körperströme durch elektrische Felder liegen bei etwa 15 Mikroampere Stromstärke pro 1.000 Volt pro Meter.

Elektroautos

Aktualisiert!

sind mehrspurige Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb, die zur Personen- und Güterbeförderung dienen.

Mit der technischen Verbesserung der Elektrofahrzeuge ergeben sich mögliche Synergien zwischen dem Verkehrssektor und der Energieversorgung: Autos werden im Mittel nur etwa zwei Stunden am Tag gefahren. Mit seiner Batterie ist jedes Auto während seiner Parkzeiten ein potenzieller Stromspeicher. Diese Energie kann dann vom Auto selbst genutzt oder bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden (Smart Grid). Da die Batterien der Elektroautos zeitlich variabel geladen werden können, lassen sich die tages- und jahreszeitlich schwankenden Anteile erneuerbarer Energien im Netz besser nutzen.

Elektroautos können darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur CO2-Vermeidung leisten. Schon mit dem aktuellen Strommix in Deutschland sind Elektroautos klimaschonender als Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung würde die Klimabilanz noch verbessern. Die Batteriefahrzeuge haben derzeit aber noch eine geringere Reichweite, als es die Autofahrer gewohnt sind. Hier können Hybridfahrzeuge einen Ausgleich schaffen, die zusätzlich über einen Kraftstofftank verfügen.

Elektromobilität

NEU!

bezeichnet den Personen- und Güterverkehr mit Fahrzeugen, die mit elektrischer Energie angetrieben werden. Dazu gehören unter anderem elektrisch betriebene Eisenbahnen, Pkws, Lkws, Busse, E-Bikes oder E-Scooter.

Emissionszertifikate

Aktualisiert!

Seit 2005 ist auch verschmutzte Luft eine handelbare Ware. Über den CO2-Emissionszertifikatehandel werden Rechte verkauft, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. In der Europäischen Union begann der Handel am 1. Januar 2005. Unternehmen sind seitdem verpflichtet, für freiwerdendes CO2 aus Verbrennungsprozessen entsprechende Zertifikate vorzuweisen. Diese können sie an der Strombörse in Leipzig kaufen oder verkaufen. Da das Gesamt-Kontingent der Emissionsberechtigungen begrenzt ist, lassen sich mit diesem System

  • die Emissionen kontrollieren und begrenzen und,
  • die Umweltauswirkungen von Verbrennungsprozessen besser kalkulieren.

Damit ist der Emissionshandel ein zentrales Klimaschutzinstrument. Neben Kohlendioxid sind seit 2013 auch Lachgas und perfluorierte Kohlenwasserstoffe in den Emissionshandel einbezogen.

So funktioniert‘s

Energieversorger, energieintensive Industriebetriebe und Fluggesellschaften erhalten für ihre Anlagen von der Regierung bestimmte Mengen von Emissionsberechtigungen in Form von Zertifikaten. Verbrauchen sie weniger Zertifikate als ihnen zugeteilt wurden, können sie die Zertifikate an Unternehmen verkaufen, die mit ihren Emissionsrechten nicht auskommen. Ein Zertifikat berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid. Die Menge der Zertifikate wird für jedes Land begrenzt.

Endlager

Radioaktive Reststoffe entstehen vielerorts: sowohl bei der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung, als auch bei deren Nutzung in Medizin, Industrie und Forschung. Die anfallenden radioaktiven Abfälle haben je nach Herkunft und Art unterschiedliche Eigenschaften und müssen sicher in speziell dafür angelegten Einrichtungen entsorgt werden. International wird die sogenannte Endlagerung in tiefen geologischen Formationen als die sicherste Option der langfristigen Entsorgung verfolgt.

In Deutschland ist nach dem Atomgesetz der Bund in der Verantwortung, solche Endlager bereitzustellen. Damit diese Aufgabe auch von den heutigen Generationen gelöst wird, die von den Vorteilen der friedlichen Kernenergienutzung profitieren und nicht auf kommende Generationen verschoben wird, gilt es hier zeitnah Lösungen zu finden und diese umzusetzen.

Energie

Energie leitet sich aus dem Griechischen „energeia" ab und bedeutet „Tatkraft" oder auch „wirkende Kraft". Sie ist unsichtbar und kann nur an ihren Wirkungen erkannt werden. Energie ist nötig, wenn etwas in Bewegung gesetzt, schneller gemacht, hochgehoben, beleuchtet oder erwärmt werden soll. Die physikalische Maßeinheit für Energie lautet Joule. Sie ist benannt nach dem britischen Physiker James Prescott Joule.

Energie ist aus physikalischer Sicht die Fähigkeit, „Arbeit zu leisten". Ein Hauptmerkmal von Energie ist, dass sie weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden kann. Dabei bleibt die Menge der Energie in einem abgeschlossenen System konstant. Dies wird auch als Energieerhaltungssatz bezeichnet.

Energieeffizienz

Aktualisiert!

Energieeffizienz ist ein Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Ein Vorgang ist dann effizient, wenn ein maximaler Nutzen mit minimalem Energieaufwand erreicht wird.

Das aktuell gültige Energiekonzept der Bundesregierung aus dem Jahr 2010 setzt sich das Ziel, bis 2050 den Stromverbrauch in Deutschland gegenüber 2008 um etwa 25 Prozent zu vermindern. Anders als beim Primärenergieverbrauch ist eine deutliche Minderung des Stromverbrauchs insofern schwerer zu erreichen, als gerade mit Hilfe von Strom Energieeinsparpotenziale erschlossen werden können, beispielsweise über Steuerungs- und Regelungselektronik oder etwa elektrische Wärmepumpen, die Öl- oder Gasheizungen ersetzen. Darüber hinaus ist auch die Elektromobilität weiter auszubauen.

Im Verkehrsbereich soll der Endenergieverbrauch bis 2050 um rund 40 Prozent gegenüber 2005 zurückgehen. Die Sanierungsrate für Gebäude soll von derzeit jährlich weniger als ein Prozent auf zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands verdoppelt werden. Der Rahmen für die Einsparungen im Gebäudebestand ist in der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, abgesteckt. Sie ist ein Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts. In ihr werden Bauherren bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch ihres Gebäudes oder Bauprojektes vorgeschrieben. Die Verordnung gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude.

Eines der Hauptanliegen der Novelle der Energieeinsparverordnung ist die Anhebung der energetischen Standards von Neubauten. Die Erhöhung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf in zwei Stufen um jeweils 12,5 Prozent unter Beibehaltung des bisherigen Referenzgebäudes schließt keine der derzeit üblichen Technologien und Energieträger aus. Für die gängigen Systeme ist die Einhaltung der neuen Effizienzanforderungen auf wirtschaftliche Weise möglich.

Energieerhaltungssatz

besagt, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt werden kann. Dabei bleibt die Menge der Energie in einem abgeschlossenen System konstant. Die Maßeinheit für Energie ist Joule.

Energiepolitisches Zieldreieck

Die Eckpunkte des sogenannten energiepolitischen Zieldreiecks sind:

Diese drei Ziele stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander. Sie sind aber gleichgewichtig und sollen gleichzeitig erreicht werden. Das Energiewirtschaftsgesetz, kurz EnWG, verpflichtet in seinem Paragrafen 1 die deutsche Energiepolitik darauf. Darin heißt es wörtlich:

„Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas.“

Die Ziele des energiepolitischen Zieldreiecks stehen nicht unabhängig nebeneinander. Teilweise gibt es klare Zielkonflikte.

  • Eine höhere Umweltverträglichkeit oder eine gesteigerte Versorgungssicherheit ist in vielen Fällen mit höheren Preisen verbunden.
  • Einige besonders umweltfreundliche Energieträger bringen Probleme bei der Versorgungssicherheit mit sich.
  • Wer ausschließlich auf die Preise schaut, verliert schnell die Ziele Umweltschutz und Versorgungssicherheit aus dem Auge.

Energiespeicher

NEU!

bezeichnet eine Technologie, die eine Speicherung überschüssig erzeugten Stroms (beispielsweise an besonders wind- und sonnenreichen Tagen) ermöglicht. Neben der Batterie gibt es noch weitere geläufige Energiespeichermethoden wie beispielsweise die Pump- und Druckluftspeicher. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in chemischen Prozessen durch überschüssigen Strom Wasserstoff oder in einem weiteren Schritt Methan herzustellen, welche als Kraftstoff (Wasserstoff) oder Brennstoff für Verkehr und Gaskraftwerke (Methan) genutzt werden können.

Energieträger

sind Materialien, deren Energiegehalt für Energieumwandlungsprozesse genutzt werden kann. Sie können sich

  • in ihrer Energiedichte,
  • in ihrer Transport- und Lagerfähigkeit sowie
  • in ihrem Wirkungsgrad

voneinander unterscheiden. Allgemein differenziert man in primäre und sekundäre Energieträger. Primäre Energieträger werden auch Rohenergieträger genannt, da sie in der Natur zur Verfügung stehen und unbearbeitet beziehungsweise unveredelt genutzt werden können. Dazu zählen unter anderem fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas oder Erdöl. Primäre Energieträger sind aber auch radioaktive Schwermetalle, sogenannte Kernbrennstoffe, wie Uran oder Thorium, sowie die erneuerbaren Energieträger wie beispielsweise Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse.

Sekundäre Energieträger werden erst durch die Umwandlung primärer Energieträger erzeugt. Exemplarische Beispiele dafür sind unter anderem:

  • die Gewinnung von Wasserstoff aus Windenergie,
  • die Gewinnung von Ethanol aus der Vergärung von Biomasse oder
  • die Herstellung von Treibstoffen aus der Raffination von Erdöl.

Schon gewusst?
Die fossilen und die mineralischen Rohstoffe erneuern sich in Zeiträumen menschlicher Maßstäbe nicht mehr. Sie werden im echten Sinne verbraucht. Ihre Vorräte sind somit prinzipiell erschöpflich. Man spricht deshalb auch von mengenbegrenzten Energieträgern.

Energieverbrauch im Haushalt

Aktualisiert!

Die privaten Haushalte sind der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland nach der Industrie. Auf sie entfielen 2018 rund 25 Prozent des gesamten Netto-Stromverbrauchs. Das entspricht 126,6 Milliarden Kilowattstunden jährlich. 

 

Stromverbrauch der privaten Haushalte differenziert nach Anwendungsbereichen für das Jahr 2018

Energieverbrauch privater Haushalte 2018; Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

 

Der Stromverbrauch privater Haushalte ist dabei in den vergangenen zehn Jahren von 139,5 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2008 auf 126,6 TWh im Jahr 2018 gesunken. Das sind mehr als neun Prozent. Den größten Anteil am Stromverbrauch der Haushalte hat mit 30 Prozent die Prozesswärme. Darunter fallen alle Anwendungen, die Wärme benötigen, von der Nutzung von Kochfeldern über Wäschetrockner und Toaster bis hin zum Haartrockner. Auch das Aufheizen von Wasser in Waschmaschine und Geschirrspüler zählen hierzu.

Nicht zur Prozesswärme gehört die Energie zum Erhitzen von Trinkwasser – also dem Wasser, das aus Wasserhahn und Duschkopf kommt. Der Anteil für die Warmwasserbereitung am Stromverbrauch beträgt zusätzlich 12 Prozent. Weitere 6 Prozent des Haushaltsstroms macht das Beheizen von Räumen aus. Insgesamt nutzen Haushalte damit fast die Hälfte ihres Stroms für Wärmezwecke. Einen großen Anteil am Stromverbrauch der Haushalte haben auch Kühl- und Gefriergeräte. Aktuell beträgt der Anteil am Stromverbrauch dieser sogenannten Prozesskälte 22 Prozent. Immer größer wird der Anteil der Geräte der Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik am Stromverbrauch privater Haushalte: 17 Prozent des Stroms gehen auf ihr Konto. Der Anteil des Stromverbrauchs für die Beleuchtung liegt bei nur 8 Prozent.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

ist das „Grundgesetz“ der deutschen Energiewirtschaft. Es regelt seit April 1998 den diskriminierungsfreien Netzzugang und setzt die Vorgaben der europäischen Beschleunigungsrichtlinien in nationales Recht um. Zweck des Gesetzes ist eine möglichst

  • sichere,
  • preisgünstige,
  • verbraucherfreundliche,
  • effiziente und
  • umweltverträgliche

leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht. Die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze dient den Zielen der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs bei der Versorgung mit Elektrizität und Gas und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen. Zweck dieses Gesetzes ist ferner die Umsetzung und Durchführung des Europäischen Gemeinschaftsrechts auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung.

Energy-only-Markt

ein Energiemarkt, bei dem nur tatsächliche Energielieferungen vergütet werden, nicht aber die Bereitstellung von Leistung.

Entflechtung

beinhaltet die informatorische, buchhalterische, organisatorische und gesellschaftsrechtliche Trennung verschiedener Geschäftsbereiche der Energieversorger. Nach den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes müssen Energieunternehmen mit mehr als 100.000 Kunden den Netzbetrieb von anderen Bereichen des Wettbewerbs, wie beispielsweise Erzeugung und Vertrieb, gesellschaftsrechtlich trennen.

 

Erdkabel

ist eine unterirdische, isolierte Leitungsführung. Ihre Verlegung ist in verschiedenen Bauausführungen denkbar, so z.B. in Gräben oder in Tunnelbauwerken.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie

Mit vollem Namen heißt das EEG "Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien". Es trat am 1. April 2000 in Kraft und wurde inzwischen mehrfach novelliert. Das Gesetz dient dem in Paragraf 1 festgeschriebenen Zweck,

  • „im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung [zu] ermöglichen“
  • „die volkwirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte [zu] verringern“ und
  • „fossile Energieressourcen [zu] schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien [zu] fördern“. (Quelle: Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien)

Im Kern legt das Erneuerbare-Energien-Gesetz Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien fest, die über dem Marktpreis liegen, und verpflichtet Netzbetreiber, Ökostrom zu diesen Sätzen und in vollem Umfang abzunehmen und in den Markt zu bringen. Die dabei entstehenden Mehrkosten müssen in erster Linie die Stromkunden tragen ― über die sogenannte EEG-Umlage.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist von Energieträger zu Energieträger verschieden. Für Solarstrom aus Photovoltaikanlagen beispielsweise gibt es eine viel höhere Vergütung je Kilowattstunde als für Windstrom. Zudem unterscheidet sich die Vergütungshöhe für die meisten Energieträger

  • nach dem Inbetriebnahmezeitpunkt,
  • nach der Anlagengröße und
  • teilweise nach dem Anlagenstandort. 

So ist zum Beispiel die Vergütung für Windstrom aus Offshoreanlagen deutlich höher als für Windkraftanlagen an Land. Die Höhe der Vergütungen liegt in der Regel über dem Marktpreis. Sie ist bei fast allen Anlagentypen „degressiv ausgestaltet“. Dies bedeutet, je später eine Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer ist die Vergütungshöhe. Damit sollen Anreize für Hersteller und Anlagenbetreiber gesetzt werden, Kostensenkungspotenziale zu erschließen, zum Beispiel durch technische Weiterentwicklungen oder bei der Herstellung und beim Betrieb von Anlagen. Die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültige Vergütungshöhe bleibt dann aber über den gesamten Förderzeitraum der Anlage ― für die meisten Anlagentypen sind das 20 Jahre ― gleich.

Die Netzbetreiber verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu, die jeweilige Anlage an ihr Netz anzuschließen, den Strom abzunehmen und die gesetzlich geregelte Vergütung zu zahlen. Lokale und regionale Netzbetreiber geben den Strom an die überregional tätigen Übertragungsnetzbetreiber weiter und erhalten dafür die ausbezahlten EEG-Vergütungen erstattet. Bis 2010 waren die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, den Strom an die Energieversorgungsunternehmen weiterzuleiten. Seit 2010 müssen sie stattdessen den Strom aus erneuerbaren Energien an der Strombörse vermarkten.

Entwicklungsschub durch EEG

Das im April 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie sein Vorgänger, das Stromeinspeisungsgesetz von 1990, haben wesentlichen Anteil daran, dass sogenannter Ökostrom heute einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leistet. Nicht zuletzt mithilfe dieses Gesetzes sind aus einer Vision anwendungsfähige Technologien geworden. Insofern ist das Gesetz ein Erfolgsmodell. Allerdings sind die damit verbundenen Kosten beträchtlich.

Europäische Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden

NEU!

Die Behörde ist seit März 2011 in Betrieb und vor allem dafür zuständig, die Zusammenarbeit der staatlichen Regulierungsbehörden auf regionaler und unionsweiter Ebene zu begünstigen und die Entwicklung des Netzes und des Binnenmarkts für Strom und Erdgas zu überwachen. Sie verfügt zudem über die Befugnis, Fälle von Marktmissbrauch zu untersuchen und die Anwendung entsprechender Sanktionen mit den Mitgliedstaaten abzustimmen. Die Anwendung von Sanktionen für Verstöße ist jedoch Sache der Mitgliedstaaten.

Europäischer Binnenmarkt für Energie

Aktualisiert!

Zur Harmonisierung und Liberalisierung des Energiebinnenmarkts der Europäischen Union sind seit 1996 Maßnahmen verabschiedet worden, die Marktzugang, Transparenz und Regulierung, Verbraucherschutz, Förderung von Verbundnetzen und Versorgungssicherheit betreffen. Ziel ist der Aufbau eines wettbewerbsfähigeren, kundenorientierten, flexiblen und diskriminierungsfreien EU-Strommarkts mit marktorientierten Lieferpreisen.

In den 1990er-Jahren, als auf den meisten nationalen Märkten für Strom und Erdgas Monopole herrschten, beschlossen die Europäische Union und die Mitgliedstaaten, die Märkte schrittweise für Wettbewerb zu öffnen. Die ersten Liberalisierungsrichtlinien (das erste Energiepaket) in Bezug auf Strom bzw. Gas wurden 1996 bzw. 1998 erlassen und sollten bis 1998 bzw. 2000 in das Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Das zweite Energiepaket wurde 2003 verabschiedet, und die dazugehörigen Richtlinien sollten von den Mitgliedstaaten bis 2004 in nationales Recht umgesetzt werden, wobei einige Bestimmungen erst 2007 in Kraft traten. Geschäfts- und Privatkunden erhielten hierdurch die Möglichkeit, ihre Gas- und Stromversorger nach eigenem Ermessen aus einer größeren Menge von Anbietern zu wählen. Im April 2009 wurde ein drittes Legislativpaket zur weiteren Liberalisierung des Binnenmarkts für Strom und Gas angenommen, mit dem das zweite Paket geändert und der Grundstein für die Umsetzung des Energiebinnenmarkts gelegt wurde.

Die EU-Kommission legte am 30. November 2016 ein Paket von Legislativvorschlägen zur Umgestaltung des EU-Energiemarkts vor, damit die Verbraucher mit sicherer, nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und erschwinglicher Energie versorgt werden. Mit dem Vorschlagspaket „Saubere Energie für alle Europäer“ soll die Energieunion umgesetzt werden. Es umfasst die Bereiche Energieeffizienz, Energie aus erneuerbaren Quellen, Gestaltung des Strommarkts, Sicherheit der Stromversorgung und Steuerung der Energieunion. Zur Vollendung des Energiebinnenmarkts schlug die Kommission daher Maßnahmen im Rahmen der Elektrizitätsrichtlinie, der Elektrizitätsverordnung und der Verordnung über die Risikovorsorge vor.

Für die Regulierung des Energiemarktes ist die Europäische Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörde (ACER) zuständig.

European Energy Exchange (EEX)

ist eine Handelsplattform für Strom und Erdgas mit Sitz in Leipzig. Sie wird auch als Strombörse bezeichnet. Die European Energy Exchange betreibt einen Spotmarkt und einen Terminmarkt. Der Spotmarkt ist der Ort, an dem ein vereinbartes Geschäft, bestehend aus Lieferung, Abnahme und Bezahlung unmittelbar abgewickelt wird. Auf dem Terminmarkt werden Verträge über zukünftig zu erfüllende Geschäfte geschlossen. Der Preis wird dabei bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Darüber hinaus werden dort auch Kohlekontrakte und CO2-Zertifikate gehandelt.